Wie sammelt man ein Dorf?

Residenz: Verschwinden auf der Schwäbischen Alb

Eine Zeitkapsel, die in 25 Jahren wieder geöffnet werden soll. Was wird bis dahin aus Engstingen verschwunden sein? Was sollte besser verschwinden? Der Speicher wurde von den Engstinger*innen mit den wunderbarsten Gegenständen gefüllt. Aber es war immer unsere Aufgabe, die Leute anzusprechen und um Gaben zu bitten. Wenige Minuten, bevor wir die Kapsel schliessen und bis 2042 auf dem Kirchturm einlagern würden, war uns nicht klar, ob diese Arbeit überhaupt Sinn gemacht hatte. Würden wir die einzigen sein, die sich dafür verantwortlich fühlten, dass die Kapsel nicht vergessen wird? Dann plötzlich übernahmen die Leute aus dem Dorf die Initiative.

Der Diakon, der Bürgermeisterund die Lumpenkapelle kamen und erklärten uns eine Zeremonie, die sie sich für die Zeitkapsel ausgedacht hatten: Vom Kirchturm ertönte Festgeläut. Die Zeitkapsel wurde von zwei Oberministranten getragen. Auf dem Platz vor der Kirche wurden Reden gehalten. Die Blaskapelle spielte der Kapsel ein letztes Lied vor dem Kircheneingang. Dann ein steiler Aufstieg zum höchsten Punkt des Turms. Dort lagert nun eine Truhe voll mit Fragen an die Zukunft des Dorfes.


ein Projekt von Micha Kranixfeld, Susanne Schuster und Felix Worpenberg

Entstanden im Rahmen von „(im Verschwinden erscheint es)“, einem Projekt der THEATERWERKSTATT SCHWÄBISCHE ALB am Landestheater Tübingen (LTT) im Rahmen der Kulturwerkstatt STADT. LAND. IM FLUSS. der „Lernenden Kulturregion Schwäbische Alb“, gefördert in „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, sowie durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg